Respekt Jürgen

Jürgen Klinsmann macht nicht weiter.

Für viele kommt das sicher überraschend – und früh. Denn in den vergangenen Wochen hat er immer wieder betont, dass man ihm doch ein paar Tage Zeit geben sollte, um das Ganze sacken zu lassen. Dass er nun bereits zwei Tage nach der WM seine Entscheidung bekannt gibt hat wohl keiner erwartet.

Eine Entscheidung, die Jürgen Klinsmann noch größer macht, als er ohnehin schon ist. Denn sie zeigt, dass er sich nicht verbiegen läßt. Von vielen Seiten mußte er vor der WM reichlich Schelte einstecken, nur um jetzt angefleht zu werden, dass er bleiben soll. Sein Ziel war die WM 2006. Darüberhinaus war die Zukunft nie gesichert. Und die ganzen Vorwürfe und Ohrfeigen seine Person betreffend, oder bezüglich seiner Methoden hat er nie vergessen.

Klinsmann habe noch im Kopf, [so Berti Vogts], „dass nach der 1:4-Niederlage Anfang März in Italien 60 Prozent aller Deutschen einen neuen Bundestrainer wollten“. Auch dass Klinsmann nach dem Fehlen beim Trainersymposium in Düsseldorf vorgeworfen worden sei, er habe keine Kinderstube, „hat ihm richtig weh getan“. Klinsmann denke nicht nur an morgen, sondern auch an übermorgen: „Deshalb ist ihm auch klar: Wenn er bei der Europameisterschaft in zwei Jahren nur Dritter wird, ist das ein Debakel.“
[SpOn]

Und wirklich, was wäre wenn es nicht so weitergeht? Der Trainer ist immer das erste „Opfer“. Und wie heißt es bekanntlich so schön? „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Und schöner, seien wir ehrlich, wird es sicher innerhalb der nächsten vier Jahre nicht mehr.

Bei allesaussersport macht man sich übrigens schon um die Nachfolge Gedanken.

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