Nokia Mix Radio für Lumia nun auch in Deutschland

Seit heute ist das Nokia Mix Radio auf den Windows Phones auch in Deutschland verfügbar. Was ist daran so toll? Ganz einfach: Nokia stellt verschiedene Streams zusammen, nach Genre, Künstler oder persönlichem Musikgeschmack (dazu wird die eigene Bibliothek gescannt) sortiert. Diese kann man entweder streamen, oder durch Download offline verfügbar machen. So kann man kostenlos immer wieder neue Musik entdecken, da die Streams regelmäßig aktualisiert werden. Nokia stehen 15 Millionen Songs zur Verfügung.

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trnd-Projekt Nokia Lumia 800: Die Nokia-Apps (Navigation, Maps und Co.)

Nokia will mit Windows Phone Erfolg haben. Jedenfalls meinen sie es richtig ernst mit dem System, was man gerade an dem hohen Output an Software rund um die Lumia-Produktreihe sieht. Derzeit sind diese Apps auch exklusiv für die Nokia-Phones. Ein Grund mehr, im Rahmen des trnd-Projekts auf diese Anwendungen näher einzugehen.

Nokia Navigation (vorinstalliert)
Die turn-by-turn Navigation von Nokia ist das Alleinstellungsmerkmal der Nokia Lumia-Serie gegenüber den anderen Windows Phones. Nokia Navigation wird kostenlos mitgeliefert und bietet seit dem letzten Update (Version 2.0) auch komplette Offline-Navigation (die Karten konnte man vorher auch schon offline speichern, zur Routenberechnung musste aber bisher eine Internetverbindung hergestellt werden). Zusätzlich muss man noch manuell eine Navigationssprache runterladen (z.B. deutsch männlich oder deutsch weiblich) und das gewünschte Kartenmaterial (in meinem Test z.B. Berlin/Brandenburg). Die Ansagen sind deutlicher und natürlicher als bei der Google Navigation, allerdings kamen sie teilweise für meinen Geschmack recht spät. Auf langen Strecken wird mir dafür zu oft die nächste Aktion angekündigt. 7km vor der Abfahrt bereits darauf hinzuweisen und das dann bestimmt fünf mal zu wiederholen nervt. Die Ansicht zoomt an Kreuzungen und langsamen Fahrten nicht ran. So fehlt auch ein Spurassistent. Auch die Funktion, Autobahn auf Wunsch zu meiden oder eine Sperrung für die nächsten Kilometer anzugeben fehlte mir bereits schmerzlich. Der Funktionsumfang wird sicher stetig ausgebaut. Wenn die Ansagen noch punktgenauer kommen (Navigon Select ist hier ein gutes Beispiel) ist die Software uneingeschränkt zu empfehlen.

Nokia Bus & Bahn (Nokia Transport)
Nokia Bus & Bahn gibt es erst seit einigen Tagen und ist bisher in Deutschland auch nur für Berlin und Brandenburg zu gebrauchen. Laut Nokia ist das auch die einzige Region mit der Berücksichtung aktueller Verspätungen. Optisch erinnert die Anwendung an Öffi (Android) oder Fahrinfo (iOS). Die App sucht ÖPNV-Routen ausgehend von meinem aktuellen oder einem gewünschten Standort zu einem beliebigen Ziel raus. Bei Dateneingabe (auch Adressen können eingegeben werden) wird eine Autovervollständigung angeboten. Ich sehe die Verbindungen der nächsten Minuten. Eine Wunsch-Abfahrts- oder Ankunftszeit kann aber noch nicht angegeben werden – durch Scrollen nach links oder rechts kann man aber frühere bzw. spätere Fahrten suchen. Die Verbindung zu einem wichtigen Ziel kann als Verknüpfung auf der Startseite angepinnt werden. Allerdings ist nur eine Verknüpfung möglich. Hat man Fußweg auf der Route, wird auch eine Kartenanzeige mit Navigationshinweisen geboten. Die App kann hier installiert werden.

Nokia Karten (Nokia Maps) (vorinstalliert)
Nokia bietet unter maps.nokia.com seinen eigenen Kartendienst an. Dieser umfasst auch eine Routenplanung, das Favorisieren von Orten, sowie die Suche nach Restaurants oder anderen POIs. Die Aufmachung ist dabei ähnlich zu Google Maps. So kann man zwischen Satelliten-, Karten- und Geländeansicht als auch einer 3D-Perspektive wählen. Es wird auch eine Anzeige der aktuellen Verkehrssituation geboten. Besonders gefällt mir die Anzeige der öffentlichen Verkehrsmittel. Während Google für Berlin nur S- und U-Bahn-Linien anzeigt, sind in der Nokia-Variante auch Straßenbahn und Buslinien samt Haltestellen verfügbar. Zumindest für Berlin ist das ein Mehrwert gegenüber Google Maps.
Nahezu all diese Funktionen sind auch in der App für Windows Phone enthalten. So kann ich Favoriten speichern, Routen berechnen, die Umgebung nach POIs durchsuchen oder auch öffentliche Verkehrsmittel suchen. Die Anwendung lässt sich einfach bedienen, bietet bis jetzt aber leider keine Synchronisation der Favoriten zwischen dem Webdienst und der App. Da es diese Funktion bei anderen Nokia-Geräten allerdings gibt, wird es sicher nur eine Frage der Zeit sein, bis dieses Feature per Update auch für die Windows Phone Version nachgerüstet wird.

Nokia Kreativ Studio (Nokia Creative Studio)
Mit Kreativ Studio hat der Nutzer die Möglichkeit, Bilder aus seinem Album oder eine neue Aufnahme mit Filtern und Anpassungen zu versehen. Die Filter sind zwar nicht so umfangreich wie bei den vielen Foto-Apps anderer Systeme, reduzieren aber die Qual bei der Wahl. Hat man einen Effekt gefunden, kann man das Bild speichern oder noch einmal durch eine Trennlinie die Vorher-/Nachheransicht vergleichen. Die Bilder können anschließend auch direkt mit Facebook, Flickr oder Twitter geteilt werden. Ich kann allerdings auch Anpassungen am Bild vornehmen, wie einen Bildausschnitt erstellen, das Foto drehen, oder an Kontrast, Farbe, Schärfe und Belichtung rumspielen. Dadurch kann man durchaus ein wenig aus den Bildern rausholen. Die Bedienung ist einfach gehalten und intuitiv. Auch ein paar verzerrte Aufnahmen von Gesichtern oder Gegenständen sind möglich. Außerdem ist noch eine Panoramafunktion integriert, die eine Komposition aus vier Fotos erstellt. Kreativ Studio ist eindeutig noch ausbaufähig, was zukünftige Updates aber sicher berücksichtigen werden.
Creativestudio
Nokia Musik
Nokia Musik ist in erster Linie ein Hub für die Verlinkung auf die lokal gespeicherte Musik, den Nokia Music Store, Infos über Konzerte in der Nähe und, nach einem kleinen Trick, auch dem Mix Radio, einem kostenlosen Playlist-Service von Nokia, der in Deutschland eigentlich nicht verfügbar ist. Das ist eigentlich auch die einzige sinnvolle Funktion der App, da Windows Phone mit Zune ja einen eigenen Store bietet. Mix Radio bietet dem Nutzer die Möglichkeit, aus verschiedenen redaktionell von Nokia zusammengestellten Playlists (z.B. “new releases”, “bestsellers”, “rock”, “lumia mixes” etc.) zu wählen und diese entweder zu streamen oder lokal zu speichern, um auch ohne Inter
netverbindung diese Listen zu hören. Das besondere: man kann nur 6 Songs pro Stunde überspringen (lizenzrechtliche Gründe) und weiß nicht, was alles in der Playlist enthalten ist. Man kann auch einen Stream starten, der Musik ähnlich der eingegeben Künstler abspielt. Dieser kann allerdings nicht lokal gespeichert werden.

Externe Wiedergabe (Nokia Play To) (Betaversion)
Die Oberfläche der DLNA-Streaming-Software ist der Bilder- und Video-App nachempfunden. So kann ich auf dem ersten Screen zu den Einstellungen gelangen und den DLNA-Client, auf dem ich die Inhalte wiedergeben möchte, aus dem aktuellen WLAN-Netz wählen. Da taucht dann beispielsweise der Fernseher auf, auf dem ich den Inhalt abspielen möchte. Die Inhalte (Bilder, Video) kann ich in der integrierten Galerie-Ansicht wählen. Solange der “Teilen”-Schalter auf “ein” steht, wird der auf dem Lumia angezeigte Inhalt an den TV übertragen. Die App funktioniert trotz Beta-Stadium schon sehr gut, ist schnell und leicht zu bedienen.

trnd-Projekt Nokia Lumia 800: Apps und Marketplace

Möchte man sein Smartphone nicht nur zum Telefonieren oder Fotos machen verwenden, benötigt man gute Apps, die einem das Leben erleichtern oder anderweitig die Langeweile vertreiben können. Natürlich bietet auch Microsoft einen entsprechenden App Store. Für Windows Phone heißt dieser “Marketplace” und ist auch für nicht WP-Nutzer unter marketplace.windowsphone.com erreichbar. So kann jeder schon mal ein wenig stöbern ob es interessante Apps für den eigenen Geschmack gibt.

Als Android-Nutzer bin ich natürlich etwas vorbelastet. Ich kann aus einem reichhaltigen Angebot wählen (ca. 600.000 Apps) und finde eigentlich fast immer eine passende App. Der WP Marketplace hat mittlerweile zwar die 70.000 Apps geknackt, aber die Qualität scheint größtenteils noch Mangelware zu sein.

Man kann die Apps über die Zune-Software, den Webbrowser oder direkt auf dem Telefon über die Marketplace-App installieren. Hat man eine App am Computer gefunden, kann man die Installation von dort aus initiieren. Dazu kann man zwischen Installation via SMS oder Email wählen. Ich habe bisher nur die Email-Variante probiert. Im Anschluss erhält man eine Mail mit dem Marketplace-Link zum Produkt.

Downloadoptionen
Im Grunde spart man sich nur die erneute Suche auf dem Telefon, denn ohne nochmaliges Bestätigen von “Installieren” landet die Anwendung nicht auf dem Telefon. Bei Android erfolgt die Remote-Installation sofort (bei entsprechender Netzwerk-Verfügbarkeit). Aus meiner Sicht ist die etwas längere Prozedur aber kein großes Drama. Im Gegenteil, könnte man sich die Download-Mails so auch bequem in Gmail archivieren und erst dann, wenn Zeit ist, die Installationen abarbeiten.

Wem die Suche im Marketplace zu mühselig ist, der kann sich auch in diversen Blogs informieren. Hier findet man regelmäßig App-Reviews und Tipps, was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. So bietet zum Beispiel allaboutwindowsphone.com neben jeder Menge App-Vorstellungen auch einen eigenen Software-Katalog mit QR-Codes, sodass man mit dem Code-Scanner der Bing-Suche direkt auf die jeweilige Produkt-Seite im Marketplace springen kann. Praktisch!

Aawp_software_catalog
Einige App-Higlights
Auf dem QR-Code im Screenshot findet ihr zufälligerweise ;-) eine weitere Hilfe von unschätzbarem Wert, wenn ihr auf der Suche nach guten und frischen Apps für euer Windows Phone seid. AppFlow von Team Distinction ist eine freie Marketplace-Suche, die neue und erweiterte Möglichkeiten bietet, den Anwendungskatalog zu durchstöbern. Die Oberfläche von AppFlow verwendet das Windows Phone Layout, ist flott in der Bedienung und sieht gut aus. Der Clou: der Marketplace kann durch AppFlow nach verschiedenen Statistiken gefiltert werden. So kann man z.B. neue und gut bewertete Apps finden, die Aufsteiger im Marketplace durchsuchen (Rising Stars), Apps mit einem aktuellen Rabatt (oder die von paid zu kostenlosen Apps wurden) auflisten, aus den besten Indie Games wählen, die Apps mit den besten Live-Tiles anschauen und so weiter. Von der Listen-Ansicht kann man entweder direkt zu den Screenshots der Anwendung gehen, oder sich die Details anschauen. Hier können die Bewertungen der Nutzer gefiltert werden (nach hilfreich oder nicht), oder auch die Verteilung der Berwertungen im Verlauf der Zeit betrachtet werden. Für mich besonders interessant: man sieht auch, wie viele Updates die App bereits erhalten hat. So kann man eventuell nicht mehr weiter entwickelte Projekte frühzeitig erkennen. Sehr nützlich.

Exklusiv für die Nokia Lumia Windows Phones hat Nokia dieser Tage eine Fotobearbeitungs-App veröffentlicht. Creative Studio (hierzulande heißt sie Kreativ Studio) bietet die Möglichkeit, seine Fotos mit Filtern zu versehen und so etwas Pepp in die Bildergalerie zu bringen. Zusätzlich kann man mit der Software Panoramafotos machen oder Bildanpassungen vornehmen, wie zum Beispiel den Kontrast ändern, die Schärfe regulieren oder auch an der Belichtung rumspielen. Nettes Feature: es gibt einen Vorher/Nachher-Schieberegler den man über das Bild wischen kann. So sieht man im direkten Vergleich, wie sich das Bild ändert. Die Bilder können anschließend mit Flickr, Facebook und Twitter geteilt, oder auch einfach nur lokal gespeichert werden.

Auf dem Startscreen habe ich einige Tiles zum schnellen Zugriff auf Wi-Fi, Mobilfunk und Bluetooth-Einstellungen eingerichtet. Connection Tiles bietet euch dafür eine Auswahl an verschiedenen Icons. Auswahl treffen und auf den Startscreen pinnen um nicht umständlich durch die Telefon-Einstellungen zu navigieren.

Seit letzter Woche gibt es bekanntlich auch Spotify in Deutschland. Somit wurde auch die Spotify for Windows Phone App für den deutschen Marketplace freigeschaltet. Die Oberfläche ist schick und bietet etwas mehr Eye-Candy als die angestaubte Android-Variante. Allerdings ist die App etwas behäbig und reagiert nicht sofort. Herzstück sind die eigenen Playlists, die auf Wunsch auch jede für sich lokal gespeichert werden können, sodass man die Musik nicht unbedingt streamen muss. Ein fast unbegrenzter Musikgenuss für 10 Euro im Monat. Kleines Detail am Rande: wie auch die iOS-Variante, bietet die Windows Phone Version auch den Ordner-Support (Playlists können in Ordnern gruppiert und somit ausgeblendet werden). Etwas, was der Android-Version bis heute versagt bleibt. Was fehlt: Last.fm Scrobbling Support – die anderen Spotify Apps unterstützen das.

Da ich ein Scrobbling-Fanatiker bin (nun, nicht ganz so schlimm, aber es ist mir schon sehr wichtig) und alles statistisch festhalten will was ich höre, wäre die App von Deezer wohl eher was für mich. Anfang des Jahres startete das Unternehmen in Deutschland mit seinem Streaming-Angebot. Bei Deez
er kann man ähnlich wie bei Spotify für 10 Euro im Monat aus einem 16 Mio Songs umfassenden Angebot sich Playlists zusammenklicken oder einfach Alben zu seiner Bibliothek hinzufügen. Diese kann man dann in der App herunterladen und unterwegs hören. Die gehörten Songs werden dann auch gescrobbelt, wenn man den Last.fm Account online bei Deezer verknüpft hat.

SportsTracker ist ein Programm zum Aufzeichnen seiner Lauf- oder Fahrradstrecke. Damit behält man den Überblick über seine sportlichen Leistungen. Außerdem können die Workouts über die Software-Website mit anderen geteilt werden. Die GPS-Ortung klappte dabei ganz gut. Im Market gibt es noch weitere Apps für diesen Anwendungsfall. Zum Beispiel auch Endomondo, das mir aber unter Android nicht gefiel.

Fahrplan sucht Verbindungen und Abfahrtszeiten des ÖPNV. Klappt zumindest in Berlin super. Allerdings ist die Darstellung nicht ganz so schick, wie bei Öffi für Android.

Ansonsten benutze ich täglich WhatsApp, Twitter, Facebook, gTasks für die Google Tasks Verwaltung und Evernote.

Fazit
Alles in allem werden viele meiner Anforderungen auch von Windows Phone erfüllt. Mir fehlen allerdings ein paar Apps, wie z.B. Teamviewer. Die Qualität der Anwendungen ist befriedigend (WhatsApp), teilweise sogar sehr gut. Das kommt halt ganz auf den Ehrgeiz der Entwickler an. Ich erinnere mich auch an solche Zeiten bei Android. Design und Ästhetik bei der App-Entwicklung werden demnächst mehr in den Vordergrund rücken. Und zwar dann, wenn der Nutzer für seinen Anwendungsfall zwischen mehr als 1-2 Programmen wählen kann, was derzeit noch selten der Fall ist. Und dann wird auch die Oberfläche der App wichtiger werden.

trnd-Projekt Nokia Lumia 800: Bedienung und Oberfläche

In den bisherigen Posts habe ich bereits meinen ersten Eindruck von der guten Verarbeitung des Nokia Lumia 800 geschildert, sowie die etwas unbefriedigende Zwangs-Verbindung zu Zune beschrieben. In der Zwischenzeit habe ich das Handy seit mehr als einer Woche täglich im Einsatz und lerne die Bedienung immer besser kennen.

Allgemeiner Eindruck
Windows Phone ist vor allem eines: schnell! Ich kann es nur mit Android 2.3 auf einem Samsung Galaxy S vergleichen – und das ist eigentlich schon eines der schnellen Geräte. Während Android hier und da ruckelt, hängt, sich eine Sekunde Bedenkzeit genehmigt, ist Windows Phone bereits einen Schritt weiter. Sicher verstärkt der 1.4 Ghz Prozesser im Nokia Lumia 800 noch den positiven Eindruck, langsam ist das System aber vermutlich auch auf den 1 Ghz-Geräten nicht. Auch das Booten ist mit knapp 20 Sekunden schnell erledigt. Gerade als Android-Nutzer bin ich da deutlich längere Wartezeiten gewohnt.
Zweites Merkmal ist natürlich das Design. Metro-Oberfläche nennt sich das Kachel-Layout, die im Zusammenspiel mit der starken typografischen Struktur eine aufgeräumte Darstellung bietet. Das ist so herrlich erfrischend gegenüber diesen 4×5 Icon-Grids der iOS und Android-Konkurrenz, dass Windows Phone allein dafür schon einen Bonuspunkt verdient hat. Noch dazu ist jede Bewegung die der Nutzer auslöst animiert, es wischt und klappt, die Tastentöne plocken, dass es eine wahre Freude ist. Folgendes Video gibt einen Eindruck der Oberfläche wieder.

Dabei verzichtet WP auf umfangreiche Customizing-Möglichkeiten. Der Nutzer kann eigentlich nur die Akzentfarbe ändern (die Grundfarbe der Tiles) sowie den Hintergrund (Schwarz bietet sich einfach aus Kontrastgründen schon an). Zusätzlich können die Live-Tiles – so heißen die Kacheln auf der Startseite mit den Kurz-Infos aus der App – beliebig angeordnet, gelöscht und hinzugefügt werden. Das war’s. Keine Widgets, keine zig Homescreens, keine Dock-Leiste, nix. Ich verwende unter Android viele Widgets. Ein Teil davon lässt sich auch durch Live-Tiles darstellen (z.B. Tasks und Termine), aber es gibt durchaus Widgets die ich nicht mehr missen möchte. Für die meisten Nutzer ist das aber sicher kein großer Verlust und somit deren Fehlen sicher kein Nachteil für Windows Phone.

Die Akku-Leistung des Gerätes hinterlässt dagegen einen zwiespältigen Eindruck. Nokia wird in den nächsten Tagen erneut ein Update rausbringen welches wohl wieder an der Performance des Akkus optimieren wird, aber bis dahin ist im Falle von eingeschalteten Datenverbindungen über 3G der Akku nach 10 bis 14h leer. Das ist eindeutig zu wenig. Schaltet man allerdings auf Edge, schafft man auch locker zwei Tage. Ich werde das aber noch eine Weile beobachten, schließlich soll man auch ein paar Ladezyklen abwarten, bis man sich ein abschließendes Urteil bildet.

Bedienung
In allen Anwendungen mit Menüstruktur wird seitwärts gescrollt. Auf diese Weise werden die verschiedenen Screens einer Oberfläche durchlaufen. Das funktioniert gut, solange der Menüpunkt treffend benannt ist, da das große Schriftbild nicht immer auf den Screen passt (eine Nebenwirkung des Designs). Auch ist das “Ende” des Menüs nicht immer ersichtlich, da nach dem letzten Menüpunkt einfach wieder der erste folgt. Das Schriftbild der Menüs nimmt immer recht viel Platz ein, aber der Content kommt meiner Meinung nach trotzdem nicht zu kurz.

Wichtig an einem Smartphone ist das Schreiben oder das Handling von Textauswahl. Beides beherrscht das System gut. Der Bildschirm vom Nokia ist großartig und reagiert sehr genau auf meine Eingaben. Das Schreiben wird durch einen Tastenton quittiert, wobei die Buchstaben einen anderen Ton abgeben, als die Umschalter und Sondertasten. Das unterstützt beim schnellen Schreiben. Auch die Worterkennung ist ganz gut und man kann aus einer Reihe vorgeschlagener Worte wählen, oder durch einen kurzen Tap auf das geschriebene Wort, dieses durch anschließendes Klicken in der Vorschlagsleiste in das Wörterbuch aufnehmen. Das ist intuitiv und effektiv.

Möchte man einen geschriebenen Text verändern oder sich darin bewegen, genügt ein langer Finger-Tap und es erscheint ein Cursor in einer Art Zoom-Ansicht. Nun streicht man über den Bildschirm bis der Cursor an der gewünschten Position ist und lässt dann los. So trifft man sicher die richtige Position. Bei Android war das immer ein Krampf. Mit einem kurzen Tap markiert man ein Wort und kann dann durch Wischen nach links und rechts den Auswahlbereich verändern und auf das Copy-Symbol tippen um den Text zu kopieren um ihn an anderer Stelle wieder einfügen zu können. Solange man den Text noch nicht eingefügt hat, ist das Paste-Symbol etwas prominenter in der Wort-Vorschlagszeile dargestellt. Hat man die Zwischenablage einmal eingefügt, schiebt sich das Symbol über den Bildschirmrand, denn nun ist es ja unwahrscheinlich, dass ich den Text noch mal verwende. Aber ich könnte durch zweimaliges Tippen noch einmal die Zwischenablage einfügen. Ich beschreibe das deshalb so ausführlich, weil es diese Kleinigkeiten sind, die Windows Phone so stimmig machen.

Etwas rudimentär ist die Multitasking-Funktion in der aktuellen Version von Windows Phone. Durch langes drücken auf den Zurück-Pfeil, kommt man in die Task-Manager-Ansicht. Hier kann ich horizontal durch die zuletzt verwendeten Anwendungen scrollen und dorthin zurück wechseln. Einfaches drücken auf zurück reagiert in der jeweiligen Anwendung. Allerdings merkt sich das OS auch die vorherigen Bildschirme, so dass ich auch aus der aktuellen Anwendung raus kann, in die vorige wechsle und irgendwann in die Ansicht wechsle, die davor offen war. Das ist nicht wirklich ein Feature sondern der Multitasking-Architektur geschuldet. Die Screens und Apps werden auf einen gemeinsamen Stack gelegt und den geht man halt von oben nach unten wieder zurück (einfach ausgedrückt). Ich fände es gut, wenn man nach dem verlassen der aktuellen App auf dem Startscreen landet.

Ein Witz ist die Lautstärke-Einstellung. Es gibt keine getrennte Lautstärke-Regelung für Ruftöne und Anwendungen. So macht man die Musik leise, weil man sie über Kopfhörer hört, und verpasst anschließend Anrufe, weil der Klingelton über die Lautsprecher nun zu leise ist.

Etwas mühselig sind die Einstellungen zu erreichen. Die mobile Datennutzung, die Ortungsfunktion, das Wi-Fi oder auch den Flugzeugmodus erreicht man nur über die jeweiligen Einstellungs-Screens. Das ist doch etwas umständlich, denn wenn man Akku-Pflege betreibt aber dennoch punktuell auf die Dienste angewiesen ist, dann wäre ein direkterer Zugriff wünschenswert. Hier muss man sich mit Apps behelfen. 

Hat man die Ortungsfunktion aktiviert, klappt die Ortung mit dem Nokia sehr schnell. Allerdings sehe ich keine Möglichkeit, die Art der Ortung zu beeinflussen. Zwar unterstützt das Handy die Ortung per GPS, A-GPS oder über das Mobilfunknetz, aber ich kann an keiner Stelle die Art der Ortung beschränken. So muss ich d
avon ausgehen, dass bei eingeschalteter Ortungsfunktion auch immer GPS an ist. Nach meinen Erkenntnissen ein Akku-Sauger. Beim Samsung Galaxy S kann ich das separat aktivieren.

Weitere Features
In der Handhabung gibt es einige nette Features, die Microsoft seinem Betriebssystem verpasst hat. Da wäre zunächst die Sprachsteuerung. Diese ist zu erreichen, wenn man die Start-Taste (die mittlere der Hardware-Tasten) kurz gedrückt hält. Dann kann man “SMS an xy”, “xy anrufen”, “starte Musik” oder “Finde dies und das in Berlin” sagen. Letzteres liefert dann die Ergebnisse auch für die Umgebung, sofern die Ortung erlaubt und eingeschaltet wurde. Auch die SMS kann diktiert und per Sprachbefehl abgesendet werden. Außer zum aktivieren der Sprachsteuerung braucht man die Hände dabei gar nicht mehr. Darüber hinaus wird das Gesprochene als Buchstabendurcheinander animiert bevor es dann aufgelöst und zur Kontrolle wiederholt wird. Die Bedienung und Suche per Sprachbefehl macht auf dem Nokia Lumia 800 Spaß und funktioniert (gefühlt) besser als auf meinem Samsung Galaxy S.

Der Kontakte-Hub bietet die Möglichkeit, neben dem Windows Live Account auch Twitter oder Facebook einzubinden. Auf diese Weise hat man mehrere Netzwerke in einem gemeinsamen Stream und kann nahtlos zwischen Facebook und SMS-Nachrichten mit einem Kontakt wechseln. Allerdings habe ich das Feature wieder deaktiviert, denn ich meine es hätte etwas zu stark am Akku gesaugt. Das werde ich bei Gelegenheit aber noch mal testen. Alternativ kann man sich die jeweiligen Apps der Netzwerke aus dem Marketplace installieren.

Microsoft hat dem System eine umfangreiche Bing-Suche spendiert. Durch Berühren der Suche-Taste kommt man auf den Bing-Screen. Hier kann man entweder eine Suche einsprechen oder eingeben, einen Barcode scannen (hierfür braucht man also keine extra-App), oder auch den aktuell gehörten Song aus dem Radio suchen (ähnlich Shazam). Die Ergebnisse werden in der App-View dargestellt (nicht im Browser) und sind nach Internet, Lokal und Bilder unterteilt. Das ganze ist sehr gut umgesetzt – wenn man nur nicht auf Bing beschränkt wäre. Zwar kann man eine Google Search-App installieren (und auf den Startscreen ablegen), aber so umfangreich und schön umgesetzt wie die System-Suche ist diese natürlich nicht.

Fazit
Das Nokia macht sehr viel Spaß. Zunächst habe ich hauptsächlich die Nachteile gesehen, wie etwa die fest verbaute Bing-Suche, oder die fehlende Möglichkeit eine Webseite direkt in Evernote zu speichern (bei Android kann ich fast jeden Content mit allen Apps teilen, die diesen Content verstehen), oder die fehlenden Widgets. Ich kann auch nicht mehrere Bilder auf einmal in der Bilder-App löschen (warum?). Aber davon abgesehen macht die Bedienung einfach sehr viel Spaß. Und es sieht toll aus. Das war auch schon bei WebOS so. Viele kleine Details, die das Betriebssystem besonders machen. Hoffen wir mal, dass die Entwickler langsam aktiver werden. Denn das tolle Gesamtbild hebt den derzeitigen Nachteil in Sachen fehlender Apps nicht auf.

trnd-Projekt Nokia Lumia 800: Zune-Zwang

Seit drei Tagen habe ich das Nokia Lumia 800 zu meinem Ersthandy gemacht. Nur so kann ich das Gerät wirklich ausgiebig testen. Macken und Unzulänglichkeiten tauchen nämlich meist bei regelmäßigem Gebrauch auf und entfalten erst dann ihre ganze Pracht. Eine dieser Unzulänglichkeiten ist der Zwang, das Microsoft-Programm Zune zu verwenden.

Nur mit dieser Software ist es möglich, Bilder, Videos und Musik zwischen Telefon und Rechner auszutauschen (lassen wir den langsamen Umweg über die Cloud mal außer Acht). Schließt man das Handy an den PC an, werden sofort alle notwendigen Treiber installiert. So sollte es auch sein, denn dem Lieferumfang liegt keine Daten-CD bei. Während der Treiber-Installation wird man aufgefordert die Software herunterzuladen und zu installieren.

Anschließend zeigt sich Zune in seiner ganzen durchgestylten Pracht. Ebenso wie Windows Phone ist es ein typographie-lastiges Layout. Im Grunde gefällt mir das Design ja, allerdings geht das hier eindeutig zu Lasten der Übersicht, wenn man sich seine Medien-Bibliothek anschaut, die das Programm auf Wunsch beim initialen Start scannt. Denn hat man, wie ich, viel Musik, dann ist das Suchen und Finden bzw. Sortieren der Medien recht umständlich. Das wäre ja nicht weiter schlimm wenn man das Nokia über seine gewohnte Medien-Software befüllen könnte (ich bestücke Android und MP3-Player z.B. mit Mediamonkey). Aber man muss mit diesem dreigeteilten Bereich auf dem Hauptscreen zurecht kommen und kann die Musik nur nach Künstler, Album und Genre filtern. Jahr und Bewertung fehlt. Um Podcasts zu synchronisieren, muss man die Podcast-URL manuell (!) eingeben. Keine Anbindung an einen Katalog oder OPML-Import. Bilder sind auch nur rudimentär durchsuchbar und können ordner- oder bildweise auf das Telefon gezogen werden. Das Synchronisieren ist wiederum recht einfach gelöst: man markiert den gewünschten Content und zieht diesen dann unten links auf das stilisierte Telefon. In den Geräteeinstellungen kann auch eine automatische Synchronisierung konfiguriert werden.
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Bei dieser eingeschränkten Übersicht ist die Suchfunktion zwingend erforderlich. Wie gesagt, das gilt hauptsächlich für große Mediensammlungen. Erfreulicherweise ist die Präsentation der Suchergebnisse ansprechend umgesetzt. Die Ergebisse können gefiltert dargestellt werden (Alle, Alben, Künstler usw.) und zeigen gleichzeitig den passenden Inhalt aus der Sammlung und dem Zune-Marktplatz an. Die Aufbereitung gefällt mir hier ganz gut.
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Außer der Möglichkeit, die Sammlung mit dem Telefon abzugleichen, können über die Software auch Käufe und App-Installationen aus dem Windows Phone Marketplace getätigt werden. Dazu muss allerdings das Telefon angeschlossen sein.

Ist das Telefon angeschlossen, lassen sich die Inhalte auf dem Telefon durchsuchen und verwalten. So können die Fotos auf den Rechner kopiert werden oder Musik wieder gelöscht werden um Platz für neue Musik zu machen.
Zune8
Fazit
Ebenso wie beim iPhone werde ich beim Nokia Lumia 800 gezwungen, zum Verwalten der erstellten Bilder oder der gewünschten Musik eine bestimmte Software einzusetzen. Das wäre ja noch nicht mal ein Problem, wenn diese wenigstens einen ausreichenden Funktionsumfang bieten würde. Es ist keine Freude eine große Sammlung an Musik zu durchforsten um bestimmte Alben oder Songs zu überspielen. Die Filtermöglichkeiten sind dafür nicht ausreichend und das Design der Anwendung mit den vielen weißen Flächen und der großen Schrift macht den Platz für eine übersichtliche Darstellung rar. Auch ist die Ansicht dadurch nicht anpassbar – im Gegensatz zu fast jeder anderen Software, bei der ich das Spaltenlayout beeinflussen kann. Die Spontaneität ist natürlich auch stark eingeschränkt, wenn man mal eben bei einem Freund Fotos auf das Handy spielen möchte, sofern dieser kein Zune einsetzt.

trnd-Projekt Nokia Lumia 800: der erste Eindruck

Die Meinungsforschungsplattform trnd.com führt derzeit ein Test-Projekt durch, bei dem 100 Nutzer sich als Online-Reporter bewerben konnten, um das Nokia Lumia 800 und Lumia 710 zu testen. Ich gehöre zu den Glücklichen, die zum mehrwöchigen Test ein Lumia 800 zur Verfügung gestellt bekommen haben. Die Chance eines der beiden Smartphones zu bekommen lag insgesamt übrigens bei knapp 2 Prozent. Ich kann also von Glück reden :-)

Zunächst ging es ans Auspacken des Starter-Pakets. Enthalten waren neben dem ansprechend verpackten Lumia 800 auch diverse Werbegeschenke und ein Projektfahrplan samt Marktforschungsunterlagen. In der OVP ist neben der “Getting-Started”-Dokumentation auch noch ein Silikon-Case enthalten, sowie ein Mini-Netzstecker mit USB-Adapter, das dazu passende USB-Kabel und ein kabelgebundenes Headset mit Sprechtaste. Übrigens erinnert die Art und Weise der Verpackung sehr stark an die des ersten Palm Pre.

Nach Inbetriebnahme geht’s nun ans Testen auf Herz und Nieren. Dazu habe ich eine Multicard von o2 besorgt, damit ich das Smartphone als waschechtes Zweithandy zu meinem Samsung Galaxy S (SGS) verwenden kann. Das ist dann auch das Gerät, mit dem sich das Lumia messen muss.

Ersteinrichtung
Micro-SIM rein, WLAN einrichten, Google Sync einrichten (ich benutze Windows Live nur für Skydrive) und fertig. Um die SIM einzulegen und das USB-Kabel anschließen zu können, muss man eine kleine Klappe an der Stirnseite öffnen. Das könnte schnell abbrechen. WLAN ging sehr schmerzfrei von der Hand. Im Prinzip auch der Google Sync – wer allerdings die 2-step verification bei Google aktiviert hat, bekommt vom Windows Phone nur einen Fehler auf “ungültige Login-Daten”. Hier muss der Google-Nutzer selbst daran denken, ein anwendungsspezifisches Passwort im Google Account für den ersten Login über das Telefon zu verwenden. Ab da prüft das Nokia den Gmail-Posteingang (keine Labels!) periodisch oder per Push-Notification auf neue Mails. Kontakte und der erste Google Kalender werden auch eingerichtet. Wer mehrere Kalender synchronisieren will, muss einen Workaround verwenden.

Der erste Eindruck
Das Handy hat eine beeindruckende Haptik. Es ist ziemlich schwer (142g im Gegensatz zum SGS mit 119g), der Schwerpunkt ist ausgeglichen, könnte aber etwas tiefer liegen. Wenn man sich aber an das Gewicht gewöhnt hat, sollte es nicht aus der Hand rutschen. Das gewölbte Glas ist ein Hingucker und das matte Plastik-Gehäuse wirkt robust (ich lasse es aber nicht auf einen Test ankommen). Das Nokia Lumia 800 ist nur unwesentlich kleiner als das SGS und hat ein 3,7 Zoll AMOLED mit 800×480 Pixel. Schön handlich und höhere Pixeldichte als das Galaxy. Insgesamt hinterlässt das Nokia einen exzellenten Eindruck.

In den nächsten Wochen folgen noch weitere Beiträge zu meinem Test des Nokia Lumia 800 trnd-Projekts.

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Reflektionsfreies Glas f??r Tablets und Co.

Der japanische Hersteller Nippon Electric Glass hat soeben seine???Invisible Glass???-Technologie vorgestellt. Dieses Glas wird pr??pariert,indem mehr als 30 Schichten aus Glas ??bereinandergezogen werden, diejeweils nur Nanometer dick sind. Das so pr??parierte Glas soll deutlichweniger Licht reflektieren und somit f??r das Auge nahezu unsichtbar sein.

M??glicherweise k??nnen wir bald unsere Notebooks und Smartphones auchdrau??en benutzen ;–) Von 0,5 statt 8% reflektiertem Licht ist da die Rede.