Sigur Rós im Tempodrom – Review(s), Setlist, Bilder

Gestern war es soweit. Mein erstes Sigur Rós-Konzert im Tempodrom, Berlin. Fazit: Es war atemberaubend schön. Und da ich finde, dass hier ein Konzertbericht hingehört, ich aber sicher einiges vergesse, möchte ich hiermit auf die Last.fm-„Shouts“ zum Konzert verweisen, wo die User derzeit ihre Reviews schildern. Die Fotos in diesem Post sind von Bartek_G, und markleonard. In den kommenden Stunden und Tagen werden sicher noch viele weitere Fotos hochgeladen und hoffentlich richtig getaggt, dann lassen sie sich nämlich hier finden.

Die Setlist war sehr ausgewogen und wechselte permanent zwischen den rockigen und ruhigen Stücken hin und her. Burdenofhope hat sie in den Shouts zusammengetragen:

  1. Svefn-g-englar
  2. Sæglopur
  3. Vaka
  4. Se Lest
  5. Við spilum endalaust
  6. Gong
  7. Andvari
  8. Festival
  9. Hoppipolla/Með Blóðnasir
  10. Fljótavík
  11. Viðrar vel til loftárása
  12. Hafsol
  13. Gobbledigook
  14. Olsen olsen (Zugabe 1)
  15. Popplagið
  16. Heysátan (Zugabe 2)

Sigur Ros

Mein Review, welches in ähnlicher Form auch in den Shouts steht:

Mit dem ersten Ping von „Svefn-g-englar“ fing es an. Die Vorfreude wich wachsender Begeisterung. Die Band betrat die Bühne, tosender Beifall brandete auf. Den vielen Besuchern nach zu urteilen, die draußen verzweifelt nach Karten fragten, war das Tempodrom ausverkauft. Die Atmosphäre war vom ersten Moment an elektrisierend. Die gefühlvollen Melodien sind ein Garant für wohlige Stimmung („Hoppipolla“, „Viðrar vel til loftárása“, „Olsen olsen“), teilweise gepaart mit Melancholie („Vaka“, „Heysátan“). Dazwischen immer wieder die poppig-rockigen Stücke, wie „Festival“, „Gobbledigook“ oder „Við spilum endalaust“, die teilweise in pure Extase ausarten („Popplagið“). Das Gewusel auf der Bühne ist auch nett anzusehen, wenn alle Musiker(innen) von einem Instrument zum nächsten wandern, weil einfach soviel Vielfalt in den Stücken steckt. Besonders atmosphärisch fand ich die Bläser, die, wie auch schon auf „Heima“ zu sehen ist, immer einen ganz besonderen Auftritt haben, wenn sie bei „Se Lest“ spielend aus dem Background kommend, im Vordergrund die Bühne überqueren und wieder verschwinden. Das war dem Publikum zweimal spontanen Applaus wert. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt bei „Gobbledigook“, als Jonsi die Masse aufforderte aufzustehen und in diesem hohen Tempo mitzuklatschen. Es war die Hölle los: die Bläser singen „la lal la la la la la…“ die Mädels von Amiina hauen auf die Trommeln (und Pauken) und die Band schmettert ihren Flower-Power-Rock hin. Konfetti fällt vom Himmel, die Bühnenbeleuchtung zuckt und strahlt in bunten Farben, während die Bläser ihre Melonen-Hüte in die Luft werfen, das Publikum klatscht sich in Extase und das ganze Tempodrom bebt. Wow.

Sigur Rós

Mit dem vorletzten Song, das psychedelische „Popplagið“ (The Pop Song), beendeten Sigur Rós ihren Auftritt im Grunde. Bekanntermaßen ist dieser extatisch, wobei Jónsi mindestens den dritten Geigenbogen an diesem Abend ruinierte, und durch Strobo-Light und viel, viel Krach auch für den Rest der Anwesenden Gänsehaut bis in die Zehenspitzen angesagt war. Zum Schluss hauen sie die Sticks ins Publikum und die Gitarre in die Drums, weswegen die zweite Zugabe akustisch gegeben wird 🙂 Abschließend müssen alle Musiker unzählige Male auf die Bühne. Sie werden frenetisch gefeiert. Sie bedanken sich, verbeugen sich, Amiina knicksen, die Bläser bauen fast noch sowas wie eine menschliche Pyramide und alle sind einfach nur unglaublich glücklich in dieser Nacht. 130 Minuten dauerte das ganze Spektakel, irre!

Sigur Rós

Alles in allem ein fantastisches Konzert, das in dieser Form auf DVD gehört, schon allein wegen der tollen neuen Stücke, die auf „Heima“ und dem rumgeisternden Reykjavik-Komplettmitschnitt von 2006 nicht enthalten sind.

Ein weiteres schönes Review von enginebroke mit vielen Bildern gibt es hier.