Überraschung

Da komme ich nichts ahnend nach Hause – und finde ein DHL-Kärtchen im Briefkasten. Verdutzt schaue ich drauf, bei welchem Nachbarn ich das Päckchen denn abholen müsse. Will mich auch nochmal versichern, ob die Karte wirklich im richtigen Kasten gelandet ist (schließlich erwarte ich ja nix), aber die Post hatte es mal wieder eilig und sparte sich den Empfängernamen drauf zu schreiben.

Also fix geklingelt und gespannt darauf gewartet, ob – und wenn ja – was es denn für mich gibt. In dem Moment, als die Tür geöffnet wird, sehe ich bereits den markanten Amazon-Karton. Dennoch dauerte es einige Augenblicke, bis es dämmerte: Ich hatte doch vor einigen Tagen die neue CD von Sigur Rós als „US-Import“ vorbestellt (war nämlich um einiges günstiger, als das EU-Release). Doch eigentlich stand was von 24.6. als VÖ-Datum. Ich habe also vor nächster Woche keine Lieferung erwartet.

Umso schöner, dass ich es schon heute in den Händen halten darf. Schon nach dem Probehören im Livestream stand fest: Sigur Rós haben sich wieder einmal selbst übertroffen.

Die Daft Punk Live-DVD ist da

Rene von Nerdcore hat vor ein paar Wochen auf das Projekt aufmerksam gemacht:

Mathieu, ein Daft Punk-Fan, hat 60 Video-Poster von Youtube und Co. angeschrieben, um deren Originalmaterial ihrer Aufnahmen vom Alive 2007 Konzert in Paris-Bercy zu bekommen. Am Ende hatte er 30 GB Videomaterial zur Verfügung, hat es geschnitten und synchronisiert um genau die Live-Aufnahme zu basteln, die Daft Punk schon im Schrank liegen hatte (denn die hatten eine DVD schon fertig, aber ihnen sagte die Qualität des Mediums nicht zu – und das Projekt Live-DVD starb). Gestern war es soweit, auf TheWorldIsDaft.com veröffentlichte Mathieu sein Video (nur für kurze Zeit, so ist es geplant). Doch schon jetzt ist es im P2P-Netz zu finden.

Die Welt hat ihre unglaublich intensive, Grinsen-produzierende, absolut megafantastische Live-Aufnahme von Daft Punks Alive 2007.

(Vielleicht überzeugt das die Herren Daft, ihre DVD doch noch zu bringen!)

Update: Wie geplant, ist das Video wieder offline. Jetzt helfen nur noch Torrents 🙂

Und dann war da noch…

…der beste Raab-Event, den ich je gesehen habe.

Die letzte große Raab-Veranstaltung, die ich live gesehen habe, war wohl die zweite WOK-WM. Danach hat es mich einfach nicht mehr interessiert, als dass ich mir fünf Stunden Sonja Kraus und Werbung antue.

Aber gestern hat es mich gepackt. Ich wollte eigentlich nur mal kurz reinschalten (nach den klugen Vögeln) und dann weiter die zweite Staffel von Weeds schauen, aber nee: die Autoball EM war einfach zu gut zum wegschalten.

Ich hätte es nicht erwartet, dass das Konzept, zwei Autos und einen großen “Luftballon” in einer Halle gegeneinander antreten zu lassen, dermaßen gut aufgeht. Da wurden Distanzschüsse ausgepackt, hervorragende Dribblings präsentiert und waghalsige Rettungsmanöver gefahren. Gerade im letzten Vorrundenspiel (Video!) Deutschland (Stefan Raab) – Österreich (Thomas Muster) hat Raab mit einer Glanzparade ein Tor verhindert (und dabei mit einem freundschaftlichen Knuff das Auto des Gegners “gut” erwischt) und Thomas Muster anschließend doch noch ein rabiates Tor geschossen. Schließlich rettet Raab in den dramatischen 20 Sekunden vor Schluss und qualmenden Autos auf dem Platz gerade so den Halbfinaleinzug.

Man muss sich das mal vorstellen: man steuert einen Kleinwagen und im Grunde sieht es dennoch so aus, als würden dort Fußballer agieren. Raab hat sogar im Halbfinale den Italiener ins Leere fahren lassen (ca. bei 1:20) und sich dann den Ball ordentlich für die Kühlerhaube zu legen. Irre!

Ganz groß war dann das Finale: Irland (Joey “ich mach alles was Raab macht” Kelly) gegen Deutschland. Zwei identische Rettungsmanöver waren von Raab gefordert, um den kullernden Ball doch noch vor der Linie zu retten. Beide Male ging es dabei nicht gerade unsanft in den Pfosten. Und kurz vor Schluss hatte Kelly noch einen Ausgleichstreffer(?) auf der Haube, aber es war nur ein Pfostenschuss.

http://www.youtube.com/watch?v=Y0f2Nu1w4uE&hl=de

(Finale)

Großartige Unterhaltung – wenn nur nicht dauernd 7 und mehr Minuten Werbung käme (und Sonja Kraus).

Kluge Vögel

3sat zeigte diese Woche eine faszinierende zweiteilige Dokumentation über “Kluge Vögel” (keine Erstausstrahlung), die die Wissenschaft ins Staunen versetzt. Da biegen Krähen aus Neukaledonien einen Draht zu einem Haken, um ein kleines Pappeimerchen aus einem Versuchsaufbau zu ziehen. Andere beißen einen Streifen aus einem Palmenblatt mit kleinen Widerhaken an der Seite, und ziehen damit Leckereien aus einem Astloch. Papageien halten dafür offensichtlich nichts von Teamwork, sind aber kluge Techniker, und ein Vertreter der Zunft kann Gegenstände erkennen, Formen, Farben und Anzahl unterscheiden und beantwortet gestellte Fragen richtig. Eine Elster läßt die Forscher staunen, als sie ein Ich-Bewußtsein erkennen läßt und sich im Spiegel wahrnimmt (einzigartig bei Vögeln). Andere wiederum verbinden sich und provozieren eine Schlange, während die anderen diese immer von hinten pieksen. Andere Raben erkennen kognitive Zusammenhänge und merken, wenn ihnen Konkurrent beim verstecken ihres Fressens zuschaut – und wenn dieser wegguckt, vergraben sie es einfach an einer anderen Stelle. Der Konkurrent geht Schnurstracks an die vormals vermutete Stelle, findet natürlich nichts und kassiert obendrein vom Besitzer des Stücks Fleisch auch noch Keile, da dieser offensichtlich wahrgenommen hat, dass der andere ihm was stehlen wollte.

Selten habe ich eine Dokumentation mit soviel offenem Mund verfolgt und mich dabei hervorragend unterhalten gefühlt. Es war mir völlig unbekannt, dass einige Vögel eine derart ausgeprägte Werkzeugkultur entwickelt haben, oder sich im klaren sind, was ein anderer Vogel zu wissen im Stande ist. Immer wieder wird in der Sendung dieses Verhalten mit Kleinkindern und Menschenaffen verglichen, die (bis zu einem bestimmten Alter) vergleichbare Tests noch nicht lösen können. Das zeigt noch einmal die heraussragende Leistung der Vögel.

Der faszinierendste Geselle war aber der australische Leierschwanz, der Kamerageräusche und Waldarbeiter akustisch imitieren kann (um den Weibchen zu imponieren).

http://www.youtube.com/watch?v=WuFyqzerHS8&hl=en

(Direktlink)

tunesBag – besser als die Konkurrenz! (10 Invites zu vergeben)

Musikdienste, bei denen man die eigene Musiksammlung hochladen kann, um so überall auf seine Heavy Rotation zugreifen zu können, gibt es wie Sand am Meer. MP3tunes, Anywhere.FM, Mediamaster, Simfy und tunesBag beackern ein noch junges Feld.

Alle hier genannten Dienste habe ich in den vergangenen 12 Monaten (zu unterschiedlichen Zeiten) getestet. Und das Angebot der Stunde heißt für mich ganz klar tunesBag.

Bild

TunesBag ist derzeit noch in einer frühen Betaphase. Mit jedem Update werden Bugs beseitigt, Funktionen erweitert und das etwas angestaubte Layout merklich aufgehübscht. Hansjörg Posch, der Gründer von tunesBag, ist für Feedback offen und reagiert schnell und fleißig auf selbiges in Blog und Google-Group .

Bemerkenswert an tunesBag ist der Mehrwert gegenüber den anderen Diensten. So ist er derzeit der einzige (der hier genannten), der die gespielten Tracks an das eigene Last.fm-Profil übermittelt. Kommentare, die man zu Songs abgeben kann, werden optional an Twitter gepostet. Weiterhin gibt es eine Integrations-Schnittstelle zu Facebook, über die man auch gleich seine Freunde importieren kann (weitere Funktionen werden folgen). Auch Mystrands (ähnlich Last.fm) und Friendfeed können mit tunesBag gefüttert werden.

morebutton

Was ich als besonders gelungen und praktisch erachte, ist die Integration von Youtube und Lyrics. Ein Klick auf den „More Options“-Button bringt eine Auswahl verschiedener Extras. So kann der Track auf eine Playlist gesetzt, der ID3-Tag editiert, oder eben Lyrics und Video angezeigt werden. Wählt man Lyrics oder Video, öffnet sich ein Overlay-Fenster und zeigt den gewünschten Inhalt. Gerade die Lyrics sind klasse integriert. Spielt man dagegen ein Video, wird der aktuelle Track pausiert und nach dem Schließen des Video-Overlays, kann an der pausierten Stelle fortgesetzt werden. Zu den Artists gibt es darüber hinaus auch noch die Möglichkeit, Flickr-Fotos zu suchen, was allerdings in einem eigenen Browser-Tab geschieht.

tunesbag videotunesbag lyrics

Simfy bietet zwar auch eine Flickr- und Youtube-Integration, aber hier nur auf der Übersichtsseite des Künstlers. Die Videos werden also nicht in Abhängigkeit zu einem ausgewählten Song präsentiert. Zwar somit eine Auswahl an Videos, insgesamt aber etwas umständlicher zu erreichen. Dafür werden Flickr-Fotos in einem Overlay angezeigt – die Seite muss also nicht verlassen werden.

Ein weiteres Plus von tunesBag gegenüber Simfy: die Usability. Zwar ist die Navigation auf den ersten Blick nicht immer selbsterklärend (Versuch macht klug) – dafür punktet tunesBag bei der Menüstruktur. Zwar ist diese etwas schnöde, dafür nutzt sie aber den Platz, der auf dem Bildschirm zur Verfügung steht besser aus, als es die eingeengte Struktur bei Simfy tut. Dort fällt die Übersicht dem schnieken Design zum Opfer.
Klickt man dagegen bei tunesBag auf einen Artist oder den Namen eines Freundes, öffnet sich ein interner neuer Tab. Die vormals angezeigte Playlist oder Library oder sonstwas bleibt im Hintergrund geöffnet.

(schließbare) Tabs

Musik (MP3, WMA) lädt man bei tunesBag über einen eigenen Uploader (erstmal nur Windows), oder über den Browser hoch. Dabei kann auch die Winamp- oder iTunes-Bibliothek ausgewählt werden. Platz ist derzeit für 5GB. Ähnlich zu Simfy, kann man Freunden erlauben, auf die eigenen Songs zuzugreifen. Diesen Zugang kann man 15 Personen erlauben und jederzeit wieder entziehen.

Noch ist tunesBag in private Beta, wird aber wohl ab 28. Juni frei zugänglich gemacht. Wer den Dienst aber jetzt gern testen möchte: ich hätte da noch 10 Invites zu vergeben.

Sigur Rós‘ Dót Widget

Dass Sigur Rós uns diesen Monat mit einem neuen Album beglücken, ist ja bekannt. Seit einigen Tagen kann die erste Auskopplung kostenlos von der Homepage geladen werden. Außerdem ist seit dieser Woche die exklusive Pre-Order-Phase eröffnet für CD und MP3s (darunter auch eine Deluxe Edition mit allerlei Fotos und „Making Of“-Film).

Weswegen ich aber eigentlich diesen Beitrag schreibe, ist das bandeigene Blog samt Dót Widget. Das Blog bietet selbstverständlich aktuelle News, aber auch den eigenen Youtube– und Flickr-Stream, Feeds und Links zu den Profilseiten bei Facebook und Myspace. Alle Sigur Rós-Inhalte aus einer Hand, sozusagen.

Das Tüpfelchen auf dem i ist allerdings das Dót Widget (ein Service des Promotion Netzwerks Nabbr). Sigur Rós stellen über dieses Flash-Widget allerlei Videos (zur aktuellen Single, Albumaufnahmen aus den Abbey Road Studios, Konzertschnipsel), Slideshows und Audiostreams zur Verfügung. Bedient sich recht flott und bietet somit alles aus einer Hand.

Und das beste: man kann es auch auf der eigenen Seite einbinden. Viel Spaß damit.

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Update: Das neue Album schon mal komplett im Dót Widget anhören! (via)