Joost – irgendwie nich so doll

Ich bin seit einigen Wochen im Beta-Programm von Joost dabei. ÄnfĂ€nglich war ich ob der flĂŒssigen Bedienung und schicken Optik wohl etwas geblendet – denn wie ich drĂŒben bei Kubitz schon einmal schrieb: Joost haut inhaltlich derzeit ĂŒberhaupt nicht vom Hocker.

Auch wenn an allen Ecken darĂŒber berichtet wird, ist Joost derweil nur ein Retorten P2P Internet-TV-Dienst, der in breiter Masse wohl eher was fĂŒr den Nordamerikaner ist. Da werden Braut-Dokus, alte MTV-Reality-Soaps, Model-Video-Steckbriefe(!), allerhand Promo-Zeugs und massig Entertainment-Schnipsel aller Art zum Streamen angeboten. Sicher ist dies auf das derzeitige Beta-Stadium zurĂŒck zu fĂŒhren. Denn Partner wie CBS, Vicaom, Sony Pictures und Warner Bros. lassen eigentlich vermuten, dass demnĂ€chst Top-Inhalte angeboten werden. Und die Schließung des CBS-eigenen Streaming-Portals bekrĂ€ftigen die Vermutungen, bald auch TV-Hits wie CSI bei Joost schauen zu können – doch allem Anschein nach wird wieder nix ĂŒber den großen Teich schwappern. Denn alles vorerst only US (wegen der Rechte, you know). Wundert nicht, ist bei der Musikverwertung ja Ă€hnlich.

Das wĂ€re jetzt der Punkt, an dem die deutschen TV-Anbieter gefragt sind. Denn irgendjemand muss ja mal anfangen auch deutschen Content beizusteuern. Wo soll der herkommen, wenn nicht aus D,CH oder A? Doch hier ist tote Hose. WĂ€hrend die Franzosen bereits gemerkt haben, dass in Zukunft kein Weg an Joost verbeifĂŒhren wird (wir reden hier schließlich von einem Unternehmen der Kazaa- und Skype-GrĂŒnder) und rechtzeitiges „Stellung beziehen“ fĂŒr eine spĂ€tere gute Marktposition notwendig ist, hat der Deutsche den Schuss wieder nicht gehört, so scheint mir zumindest. ProSiebenSat.1 wird ja den Teufel tun und ihr massiv und teuer beworbenes Maxdome in die Tonne treten. Obwohl man hier mal ĂŒberlegen sollte, ob das nicht der einzige Ort ist, wo die Video-on-Demand Angebote Deutschlands hingehören. Denn so altbacken, wie das funktioniert, haben die frĂŒher oder spĂ€ter eh keine Chance gegen Anbieter wie Joost.

Denn hier ist wirklich eine Bedienung wie am TV möglich, wogegen VoD bisher immer bedeutete, schön teuer nen Film zu bezahlen – streamen, gucken, fertig. Zappen is nich. Und wie man von Anfang an vermuten konnte, wird demnĂ€chst natĂŒrlich auch Pay-Content bei Joost Einzug halten. Angst um eine zu billige Verwertung ihrer Inhalte brĂ€uchten die deutschen TV-Anstalten also nicht haben.

Bleibt festzuhalten: deutscher Content ist vorerst nicht in Sicht. Guter Content erst recht nicht. Solange ĂŒberwiegt ein uninteressantes bis schlechtes Angebot, viel ĂŒberflĂŒssger MĂŒll und damit gepflegte Langeweile. Nur weil schlechtes Fernsehen jetzt aus dem Internet kommt (wenn auch in hĂŒbscher Verpackung) schau ich mir das noch lange nich an. Damit wĂŒrde ich ja in echt (means: Fernsehen 1.0) auch nicht meine Zeit verschwenden wollen.

Joost fliegt also erstmal wieder von der Platte, bis es brauchbar geworden ist. Nach Einladungen braucht demzufolge auch keiner zu fragen, denn diese kann man nur aus dem Programm versenden – hier kommt es also zu einer InkompatibilitĂ€t zwischen eurem Wunsch und der mir gegebenen Möglichkeiten, diesen zu erfĂŒllen.

[tags]tv,web2.0[/tags]

last.fm Widget

Last.fm schließt die LĂŒcke zu finetune. Denn jetzt bietet auch der Pionier unter den social music Anbietern die Möglichkeit, die persönlichen Playlisten, die man schon eine Weile erstellen konnte, ĂŒber Widgets mit anderen zu teilen. Das ist in sofern interessant, als das sich dadurch das persönliche Radio auch fĂŒr nicht zahlende User abspielen lĂ€ĂŸt. Das HinzufĂŒgen von Songs zu den Playlisten ist dabei unglaublich einfach und schnell erledigt. Einfach mit der Maus ĂŒber einen Song fahren und auf das Playlist-Symbol klicken. Das Ergebnis meines schnellen Klicks könnt ihr in der Sidebar sehen und hören.

last1

Aber neben dem Radio und Playlist Player können auch simple Chart-Widgets eingebaut werden. Darauf verzichte ich aber vorerst und bleibe bei der Feed-Integration am unteren Ende der Sidebar, da die Ladezeit der Seite sonst doch etwas stark ausgedehnt wird. Viel Spaß beim Hören! 🙂

[tags]musik,web2.0,websites,social software[/tags]

HowTo: Wie man Pandora wirklich zum laufen bekommt… (Update)

Ich habe nun ein wenig rumgespielt. Fakt ist, dass ich mit den Web-Proxys keinen Erfolg hatte. Dauernd kam beim Laden des Players ein „technical difficulties“-Fehler. Aus der Vergangenheit weiß ich, dass dies ein Verbindungsproblem auf Nutzerseite (also durch den Proxy) ist – und keine Systemprobleme von Pandora, die nach ein paar Minuten behoben seien. Wer diese Fehlermeldung also liest, darf sich getrost nach einem anderen Weg umsehen.

Ich habe nun aber mitbekommen, dass es ĂŒber das Tor-Netzwerk wirklich gehen soll. Also habe ich diesen Weg beschritten. Dazu muss auf der Tor-Homepage das komplette Vidalia-Paket heruntergeladen werden (fĂŒr Windows). Alle benötigten Komponenten sind bereits enthalten und werden korrekt installiert. Anschließend startet man dieses Bundle.

tor1Zwei Symbole erscheinen in der Taskleiste. Anschließend kann man den Firefox starten und den Proxy-Server in den Einstellungen angeben, durch den man ĂŒber Privoxy/Tor ins Internet geht (Server: localhost Port: 8118). Wenn man nun eine Seite auruft, sollte das Symbol von Privoxy zu einem grĂŒnen „Radar“ werden. Ihr surft jetzt anonym. Hierzu kann man sich gern ĂŒber das KontextmenĂŒ von Tor (Rechtsklick auf die Zwiebel) die Netzwerkkarte ansehen. Die Knoten, ĂŒber welche man seine „Spuren“ verwischt, sind unter Verbindung einzusehen. Deutlich wird das auch, wenn man whatismyip.com vor und nach dem Proxyeintrag im Firefox ansurft. Zwei unterschiedliche Adressen sollten angezeigt werden. Jetzt sollte ein Aufruf von pandora.com den Player laden. Ist das nicht der Fall, hat man ungĂŒnstiger Weise eine nicht-US-IdentitĂ€t abbekommen. Also Pandora lĂ€sst einen immer noch nicht rein. Wenn das auftritt, einfach im KontextmenĂŒ von Tor auf Neue IdentitĂ€t klicken und noch einmal probieren.

Das Surfen ĂŒber das Tor-Netzwerk gestaltet sich aber unglaublich langsam. Daher ist es eigentlich kein VergnĂŒgen die ganze Zeit ĂŒber den Proxy zu gehen. Eine hervorragende Vereinfachung bietet Tor in Verbindung mit der Firefox-Erweiterung FoxyProxy. Hier lassen sich mehrere Proxys angeben, die auf Wunsch per Whitelist aktiviert werden. Um nun Tor lediglich fĂŒr Pandora einzusetzen, muss wie folgt vorgegangen werden:

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Über einen Rechtsklick auf FoxyProxy in de Statusleiste gelangt man in die Optionen. Hier fĂŒgt man einen neuen Proxy ein. Diesem gibt man einen beliebigen Namen (z.B. „Proxy 1“ Beschreibung: „fĂŒr Pandora“). Bei den Proxy-Details gibt man unter Manueller Konfiguration localhost und Port 8118 ein (die Privoxy/Tor-Einstellungen).

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Unter der Registerkarte Muster gibt man am besten eine Wildcard ein, sodass der Proxy spĂ€ter auch fĂŒr die Backstage-Seiten von Pandora funktioniert. Wildcard und Whitelist sollten ausgewĂ€hlt werden.

tor4

Alles speichern, fertig. WĂ€hlt man nun die erste FoxyProxy-Regel, Proxys entsprechend der Muster zu wĂ€hlen, so erreicht man, dass alle Seiten ohne einen Proxy laufen (dazu muss in der Firefox-Konfiguration die Proxy-Einstellung wieder deaktiviert werden) – Pandora aber ĂŒber Tor lauft (und beliebige weitere „Wildcards“). Surfen nebenbei wird also wieder attraktiv 🙂

Sollte es wieder zu Fehlern beim Laden kommen, so reicht meist erneut ein Klick auf „Neue IdentitĂ€t“. Allerdings habe ich es nicht geschafft, nach dem erfolgreichen Laden des Players, auch die Radiostationen zu wechseln. Die langsame Verbindung ĂŒber Tor ĂŒberdauert den Timeout, den Pandora dafĂŒr vorgesehen hat. Das hat zur Folge, dass kein Radio mehr lĂ€dt. Ein Reload der Seite kann helfen – bringt oft aber wieder den „restricted“-Fehler. Um dies zu umgehen, einfach mal das eigene Profil (sofern man eins hat) bookmarken und von hier aus die eigenen Radios ĂŒber den Play-Button starten. Möchte man ein Radio wechseln, sollte man den Firefox-Tab, in dem der Player geöffnet ist, vorher schließen. Bei einem Wechsel kommt auch gern mal wieder die „restricted“-Seite. In diesem Fall einfach wieder auf „Neue IdentitĂ€t“ klicken und erneut versuchen.

Viel Spaß!

Anmerkung: Die Erweiterung torbutton ist fĂŒr die Nutzung von Pandora, entgegen meiner Vermutung in den Kommentaren, nicht geeignet. Denn damit schaltet man Tor fĂŒr alle Seitenaufrufe ein oder aus. Wenn ich Tor nach laden des Players ausschalte um ordentlich weiter surfen zu können, kommt es bei weiteren Kommunikationen mit der Pandora-Seite zu Problemen. Und FoxyProxy kann man dank Wildcard sowieso besser fĂŒr seine Internet-Gewohnheiten konfigurieren.

Update 14:40 Uhr (aus den Kommentare): Es gibt noch einen Verbesserungsvorschlag. Einfach dir torrec Konfigurationsdatei mit Hilfe dieser Seite anpassen. Dazu besonderes Augenmerk auf die Parameter StrictExitNodes und ExitNodes legen. Gibt man hier mehrere Server mit guter Bandbreite an (siehe Netzwerk Karte) und deren Standort durch die US-Flagge gekennzeichnet ist, bekommt man so gut wie immer (je nach Erreichbarkeit der Server) eine Verbindung. Ist die Geschwindigkeit gut, lĂ€ĂŸt sich Pandora auch im Player fix und ohne HĂ€nger bedienen (Stationswechsel, Thumbs up/down, Skip etc.)!

Update 03.06.07: Weitere Verbesserungen der Tor-Skriptdatei in den Kommentaren. Der Traffic ĂŒber das Tor-Netzwerk wird so minimiert.

[tags]musik,web2.0,software[/tags]

Wirecard

Wie bereits kurz notiert, gehöre ich im Rahmen eines trnd-Projekts zu einer Testgruppe fĂŒr die Wirecard. Den Verlauf des Projekts kann man im zugehörigen Blog verfolgen.

wirecardBei der Wirecard handelt es sich um eine virtuelle Kreditkarte. Wer nun meint, dies wĂ€re gegenĂŒber payPal nichts besonderes, der irrt. Denn mit payPal kann man nur bei Shops bezahlen, die explizit diese Bezahlmethode unterstĂŒtzen. Die Zahl derer ist allerdings gering. Kreditkartenzahlungen sind dagegen so gut wie in jedem Shop möglich. Die Wirecard wird dabei wie eine „echte“ Kreditkarte eingesetzt. Mit dem einzigen Unterschied, dass sie nur virtuell existiert. Ich habe also ein Nutzerkonto bei Wirecard, zu dem eine MasterCard-Kreditkartennummer gehört, samt GĂŒltigkeitsdatum und PrĂŒfnummer. Ich brauch lediglich diese Daten bei den BezahlvorgĂ€ngen anzugeben um zu bezahlen.

Die Vorteile sind dabei folgende: zunĂ€chst besitze ich keine Plastikkarte. Geklaut kann mir die Karte also schonmal nicht werden. DarĂŒber hinaus funktioniert die Wirecard nur als Guthabenkarte. Ich kann also nur das Geld ausgeben, was ich vorher draufgeladen habe (per Lastschrift, Überweisung oder anderer Kreditkarte). Dies sind fĂŒr mich zwei entscheidende Vorteile. Die Barclaycard kann ich somit getrost abschaffen. Denn zum Online-Shopping benötige ich keine Plastikkarte – und fĂŒr nix anderes brauch in eine Kreditkarte (derzeit zumindest).

Die anfallenden Kosten sind relativ gering. So schlĂ€gt ein Aufladevorgang mit einer GebĂŒhr von 1 Euro zu Buche. Entsprechend hoch sollte man hier das aufzuladende Guthaben wĂ€hlen (frei bestimmbar). Eine NutzungsgebĂŒhr fĂ€llt nur bei auslĂ€ndischen WĂ€hrungen an. Lediglich einen negativen Saldo sollte man vermeiden, denn der kostet 10 Euro (dieser Fall tritt aber nur ein, wenn eine Einzahlung aufgrund mangelnder Deckung des Fremdkontos, von dem ich das Geld auf die Wirecard ĂŒberweise, nicht gebucht werden konnte). Wer möchte, kann auch eine Plastikversion der Karte ordern, doch der Sinn der Sache ist das meiner Meinung nach natĂŒrlich nicht.

Ein Teil des 50 Euro Gutscheincodes, den ich fĂŒr das Projekt bekommen habe, wurde bereits in Kopfhörer investiert.

[tags]sonstiges[/tags]

Pandora verstummt (Update)

Vorerst zumindest. Schon immer war der Service eigentlich nur fĂŒr US-User. Dennoch war es möglich einen beliebigen ZIP-Code anzugeben der in den USA liegt und schon konnte man unbegrenzt Musik hören. Das ist nun erstmal vorbei. Um rechtlichen Probleme aus dem Weg zu gehen wird durch IP-Lokalisation erkannt, aus welcher Ecke der Erde man gerade versucht sich bei Dienst anzumelden. Folgerichtig ist Pandora damit erstmal stumm in Europa und sonstwo. Zwar sollte ĂŒber alternative Proxys eine Verbindung möglich sein, aber ob das dann noch so problemlos und „ruckelfrei“ funktioniert, sei mal dahin gestellt. Schade, ich habe Pandora gerade mit OpenPandora oder Pandora’s Jar wirklich sehr genossen.

Update 21:13 Uhr: In Sachen Proxy-Zugriff auf Pandora gibt es bereits ein HowTo mit mehreren Möglichkeiten. (via cyberbloc)

[tags]musik,web2.0[/tags]

„Dell gibt es in keinem GeschĂ€ft…“

Dieser Satz dĂŒrfte vielen im Ohr liegen, wird er doch seit Jahren in jeder Dell-Werbung zum besten gegeben. Dies könnte sich vielleicht bald Ă€ndern. In einem internen Memo schreibt GrĂŒnder und CEO Michael Dell: „Das Direktmodell war eine Revolution, aber es ist keine Religion“. Womöglich wagt sich Dell bald auf neue Vertriebswege. So ein kleines XPS wĂŒrde ich mir nĂ€mlich sehr gern mal in einem GeschĂ€ft anschauen 🙂