fahrenheit

Bei d-frag gibt es eine Kritik zu Fahrenheit, dem interaktiven Film Schrägstrich Adventure mit gradliniger Handlung. Dieser Kritik kann ich mich zu 95% anschließen. Ein fantastisches Spiel wird hinten raus einfach nur peinlich, zerrig und sperrig, aber einen Würgreiz hatte ich nicht. Auch wenn ich bei den Sensospielchen keine großen Probleme hatte, so war ich doch von der Häufigkeit und Länge mancher Szenen genervt. Auch jetsetradio aus den Kommentaren muss ich da widersprechen: die wunderbar schnell geschnittenen, aufwendig per Motion Capturing eingespielten Szenen waren nicht zu genießen. Andauernd starrt man auf die Mitte des Bildschirms, um ja nicht ein Sensorlicht zu verpassen. Und dann diese krude Story. Am Anfang habe ich mich auf einen guten „Psychothriller meets CSI“ gefreut, doch letzlich wurde es Dan Brown für Arme. Ich habe es aber schon bei der ersten Szene befürchtet, als Lucas Kane die Augen verdrehte und ein Kapuzenträger in einem Meer aus Kerzen visionierte. Das Thema Bessesenheit konnte mich noch nie fesseln.
Aber die Gestaltung der Szenerie, die grundsätzliche Idee der Dialogführung und Einbindung kleiner Spielchen, die real-life Abbildung zwischenmenschlicher Beziehungen (der eigentliche Grund für mich nach der Hälfte des Spiels überhaupt dran zu bleiben), der filmreife Soundtrack und nicht zuletzt die Charaktere (wie auch Mo in dem Artikel so treffend beschreibt) setzen wirklich Maßstäbe, die hoffentlich in anderen Spielen wieder aufgegriffen werden. Dann aber bitte mit realistischeren Gegnern und keine Orakel, tote Omas, schlechte deutsche Synchronsprecher oder Licktkörper a.k.a. Künstlicher Intelligenz, welche angeblich im Jahre 2009 die Herrschaft übernehmen wollen.